Spuren suchen, nicht Schafe zählen

Process Mining: Ein innovativer Weg zu mehr Effizienz

Jeden Abend zählt Herr Meier seine Schafe. Er ist Schäfer, und ihn interessiert natürlich, ob alle Schafe noch da sind. Dabei schaut er sich auch den Zustand an: Haben die Schafe zugenommen? Sind alle gesund? Sieht das Fell gut aus?

Fallen ihm Unregelmäßigkeiten auf, kann er direkt eingreifen: Eine bessere Wiese suchen. Die Schafe impfen. Dafür sorgen, dass die Herde sich nicht in unwegsames Gelände begibt.

Was er nicht weiß und auch nicht herausfindet, sind die Ursachen, warum einzelne Schafe gut genährt sind, andere aber nicht. Warum bei einigen Schafen das Fell total verschmutzt ist, bei anderen nicht. Und wieso haben einige Schafe Verletzungen, während andere Schafe vollkommen gesund sind?

Um Antworten zu finden, muss er auf Spurensuche gehen. Welches Schaf geht wohin? Welches Schaf hält sich wo im Gelände auf? Gibt es möglicherweise Verbindungen zwischen dem Zustand der Schafe und ihrer Wege?

Die Spurensuche ist mühsam. Er muss das gesamte Gelände, auf dem die Schafe sich aufhalten, untersuchen. Und muss die Spuren den einzelnen Schafen zuordnen – nahezu unmöglich.

Das abendliche Begutachten der Herde ist so etwas wie eine Big-Data-Analyse. Herr Meier erfasst die Zustandsdaten seiner Schafe und zieht seine Schlüsse. Aber was ist die Spurensuche?

Herr Müller, Fertigungsleiter in einem Produktionsbetrieb, steht vor einer ähnlichen Fragestellung: Er wertet die Aufträge in seinem Betrieb und ihre Zustände aus. So sieht er, wie sich seine Durchlaufzeit entwickelt, ob die Vorgabezeiten eingehalten werden und wie es um die Produktivität steht. Und er kann gegensteuern und Maßnahmen einleiten.

Aber was passiert wirklich in der Fertigung? Welche Wege laufen die Aufträge tatsächlich? Warum laufen manche Aufträge länger als andere, obwohl die Vorgabezeiten gleich sind? Wieso bleiben Aufträge liegen? Wo? Warum liegen vor Maschinen manchmal große Wartebestände, am nächsten Tag keine? Welche Wechselwirkungen gibt es womit?

Genauso wie Herr Meier muss auch Herr Müller auf Spurensuche gehen. Nur: wie findet er die Spuren?

Jeder Auftrag in einem modernen Betrieb hinterlässt digitale Spuren: Fertigungsstart, An- und Abmeldung an der Maschine, Transportaufträge, Materialausbuchungen usw. Jetzt muss Herr Müller es nur noch schaffen, diese einzelnen Buchungen in einen Zusammenhang zu bringen und seinen Aufträgen zuzuordnen - fertig ist die Spurensuche.

Ganz so einfach ist das natürlich nicht, denn wir reden über Unmengen an Daten. Das schafft Herr Müller alleine nicht, zu komplex ist die Aufgabe.

Process Mining heißt die Lösung. Dieses Werkzeug übernimmt die Aufgabe, aus den einzelnen Abdrücken Spuren zusammenzufügen, diese zuzuordnen und eine Spurenkarte zu erstellen. Mit dieser Karte, der Process Map, und vielen zusätzlichen Funktionen kann Herr Müller nun seine Spurensuche durchführen. Schnell und effizient ermittelt er Ursachen, Zusammenhänge und Lösungsansätze. Und, wenn er will, kann er sich sogar ein Video seiner Abläufe und Auftragsdurchläufe generieren lassen.

Der Weg zu nachhaltig effizienteren Abläufen hat sich durch Process Mining erheblich beschleunigt und verbessert. Bei GEPRO wurde schon frühzeitig auf diese innovative Methode und die entsprechende Software gesetzt und hervorragende Ergebnisse erzielt. Process Mining wird für die Verbesserung des Materialflusses, logistischer Abläufe sowie der Auftragsabwicklung genutzt. „Spuren suchen, nicht Schafe zählen“ ist ein innovativer Ansatz in der Beratung, der zu schnellen und vor allem nachvollziehbaren Verbesserungen führt.

von Dr. Thomas Klevers, Geschäftsführer, GEPRO mbH


Alle Nachrichten