Lexikon
A
Andon
Ein visuelles Signal. Für gewöhnlich wird damit eine kleine
Leuchte bezeichnet, die an einer Maschine angebracht ist und auf
eventuelle Probleme oder Arbeitsstopps aufmerksam machen soll.
Arbeitsablauf
(Work Sequence)
Die richtigen, in der richtigen Reihenfolge ausgeführten
Arbeitsschritte eines Mitarbeiters.
Arbeitschrittzeit
(Elemental Time)
Zeit, die innerhalb der Standardarbeit für einen einzelnen
Arbeitsschritt zur Verfügung steht.
Ausgeglichene Produktion (leveled production)
Die durchgängige Harmonie der Abläufe in der gesamten
Produktion ist einer der Grundpfeiler des Toyota-Produktionssystems.
Durch Vermeidung von Mura (hier diskontinuierliche Fertigung und
ungleichmäßiger Produktionsfluss) sollen in allen
Bearbeitungsstufen pro Zeiteinheit immer jeweils gleiche Teilmengen
bearbeitet werden. Grundsätzlich gilt, dass Prozesskapazität
sich den Produktionserfordernissen unterordnen muss und nicht diese
bestimmen darf. Die ausgeglichene Produktion - in Japan als Heijunka
bezeichnet - wird durch den Einsatz von Kanban begünstigt, damit
nur die Menge und die Art von Teilen produziert wird, die im
nachfolgen- den Prozess unmittelbar verbaut werden sollen. Dennoch
erfordert die Produktionsglättung neben dem Abgleich der
Kapazitäten eine systematische Einplanung der jeweiligen
Produktreihenfolge und damit die Anwendung der Mixed-model-Produktion.
Zur Glättung der Abläufe trägt aber auch das
Andon-System bei, da mögliche Fehler schnell durch die Hilfe
anderer beseitigt werden können. Damit werden Prozesse konstant
ausgelastet und Zwischenlagerungen weitestgehend vermieden.
Automatische Maschinenlaufzeit (Machine
Automatic Time)
Die Zeit, die eine Maschine für die Herstellung einer Einheit
benötigt,
ausschließlich Laden und Entladen.
Autonomation
Deutsche Entsprechung des japanischen Worts Jidoka. Steht für
"menschliche
Automatisierung" und ist die Abkürzung von "autonome
Autonomation".
Dabei wird eine Maschine mit menschlicher Intelligenz ausgestattet, so
dass sie bei
einem Problem automatisch anhält.
Ausgewogener Betrieb (Balanced Plant)
Ein Werk, in dem alle verfügbaren Kapazitäten exakt auf die
Nachfrage abgestimmt sind.
B
Baka-yoke
Um das Null-Fehler-Ziel zu erreichen, müssen die Prozesse
ständig verbessert und optimiert werden. Dazu bedarf es des
Einbaus von fehlerverhindernden Vorrichtungen (Poka-yoke). Dieser
Prozess des Abprüfens und Verbesserns wird Baka-yoke genannt.
Bestände (Inventory)
Größter Kostenpunkt, der sich aus allen Werkstoffen,
zugelieferten Teilen, Umlaufbeständen und jenen Endprodukten
zusammensetzt, die noch nicht an den Kunden weiterverkauft wurden.
C
Chaku-Chaku-Strasse (Chaku-Chaku Line)
Japanisch für Laden-laden. Beschreibt eine Arbeitszelle, in der
die Teile von den Maschinen automatisch entladen werden, so dass sich
die Maschinenarbeiter nur zu bedienen brauchen und ohne zu warten an
der nächsten Maschine weiterarbeiten können.
Change Agent (Change Agent)
Ein Mitarbeiter, dessen Aufgabe es ist, vom Ist-Zustand, d. h. der
Losfertigung mit den zugehörigen Wartezeiten, wegzukommen, um
einen neuen Idealstatus zu erreichen: Lean Manufacturing. Jemand, der
im Unternehmen den Kulturwandel anführt.
D
Demand Flow Technology
DFT ist eine Ausprägung von Lean Management. Schwerpunkt ist die
Auslösung und Steuerung eines Produktionsauftrages durch das
Pull-Prinzip. Die Prozesse sind die gleichen wie bei Lean Production.
Durchlaufzeit (Lead Time)
Die Zeit, die für die Herstellung eines einzelnen Produkts
benötigt wird, angefangen vm Kundenauftrag bis hin zur Lieferung.
Durchsatz (Throughput)
Das Tempo, mit dem das gesamte System Geld hervorbringt.
E
Einfacher Werkzeugwechsel (One-touch Exchange
of Dies)
Die Reduktion der Rüstarbeiten auf einen einzigen Arbeitsschritt.
Einfache und sichere Technik
Um eine hohe Verfügbarkeit sicherzustellen, kommen im allgemeinen
einfache und zuverlässige, vor Ort beherrschbare Techniken und
Systeme zum Einsatz - insbesondere dort, wo Menschen Maschinen
bedienen. Dies gilt ebenso für verkettete automatische Anlagen.
Eher wird eine sichere Low-Tech-Anlage bevorzugt, die langsamer aber
völlig gleichmäßig läuft, als eine
High-Tech-Maschine, die zwar schnell läuft aber gegebenenfalls
eher zum Ausfallen neigt und demzufolge einen erhöhten Bedarf an
Entkopplungspuffern erforderlich macht. Die Tendenz geht natürlich
auch in Japan zu komplexen automatischen Anlagen, die allerdings auf
hohe Zuverlässigkeit und gleichmä- ßiges Arbeiten
getrimmt sind. Prototypen und Unikate werden möglichst vermieden.
Einschränkung (Constraint)
Stationen oder Prozesse, die die Produktionsleistung des gesamten
Systems mindern.
Einstellige Werkzeugwechselzeit (SMED,
Single-minute Exchange of Dies)
Umrüsten einer Maschine in weniger als 10 Minuten: es gilt die
Zeit zwischen dem letzten guten Teil einer Serie bis zum ersten guten
Teil der nächsten Serie. Synonym: "Einstellige Rüstzeit".
Einstückfließfertigung (One-piece
Flow)
Ein Fertigungskonzept, bei dem jeweils nur ein Teil von einer zur
nächsten Arbeitsstation wandert, ohne dass sich dazwischen
Bestände bilden können. Bild
Elemental Time (Arbeitschrittzeit)
Zeit, die innerhalb der Standardarbeit für einen einzelnen
Arbeitsschritt
zur Verfügung steht.
Engpass (Bottleneck)
Arbeitsbereiche oder -stationen in der Fertigung, die den
Produktionsdurchsatz mindern.
Externe Rüstarbeiten (External Set-up)
Einzelne Punkte beim Werkzeugwechsel, die auch während des
Maschinenzyklus unter sicheren Bedingungen ausgeführt werden
können.
F
Folgekontrolle
Da die ausschließlich subjektive Selbstkontrolle zu einer
Verschiebung der Prüfschärfe und zum Übersehen von
Fehlern führen kann, wird in Japan überwiegend die Methode
der Folgekontrolle eingesetzt. Jedes Fertigungsteam nimmt daher eine
kurze Überprüfung der im vorgelagerten Abschnitt
eingebrachten Arbeitsumfänge vor und weist Produkte zurück,
die den Anforderungen nicht genügen. Damit wird der Vorteil einer
sinnvollen Fremdkontrolle durch die Mitarbeiter der Produktion selbst
ohne externe Kontrolleure erreicht. Wichtig ist auch hier, dass die
fehlerhaften Produkte unmittelbar im Vorprozess richtigzustellen sind.
Die direkte Rückkopplung bietet die Möglichkeit zur
Verbesserung der Arbeitsabläufe und damit ein Lernen im
Fertigungsprozess
Fünf S (5 S)
Unverzichtbare Voraussetzung für Kaizen, die sich wie folgt
zusammensetzt: Seiri oder Sortieren d. h. aussortieren und
ausrangieren. Seiton oder Systematisieren, d. h. ordnen und
schriftlich kennzeichnen. Seiso oder Saubermachen, d. h. reinigen
und täglich prüfen. Seiketsu oder Standardisieren, d. h.
häufig wiederholen, und Shitsuke oder So weitermachen, d. h.
den Standard halten.Bild
G
Globales Produktionssystem (Global Production
System)
Eine Erweiterung des Toyota-Produktionssystems und eine Strategie, um
Lean Manufacturing durch Kaizen einzuführen.
H
Hanedash
Eine Einrichtung, durch die fertige Teile automatisch von den Maschinen
abgenommen werden. Dadurch fällt die Wartezeit bis zum Eingriff
des Maschinenarbeiters weg.
Heijunka
Produktionsnivellierung. Sequenzielle Arbeitsplanung, die von der
durchschnittlichen Teile-Nachfrage bestimmt wird.
I
Industrial Engineering
Dieser ursprünglich aus den USA stammende Begriff wird zwar auch
bei Toyota verwandt, aber in einer anderen Definition, so dass man hier
eher von einer »Produktions-Management-Technik« (PMT)
spricht. Einziger Zweck ist es, durch Harmonisierung von Abläufen,
Qualität und Menge die Kosten im gesamten Produktionsprozess
ständig zu reduzieren und somit den Gewinn zu maximieren
Interne Rüstarbeiten (Internal Set-up)
Handgriffe beim Werkzeugwechsel, die ausgeführt werden
müssen, wenn die Maschine nicht läuft.
J
Jidoka
Siehe Autonomation. Japanisch für den Transfer menschlicher
Intelligenz auf eine Maschine.
Just-In-Time (JIT)
Fertigung entsprechend der Nachfrage: es wird nur hergestellt, was
gebraucht wird, und zwar zum richtigen Zeitpunkt und in der
gewünschten Menge.
K
Kaikaku
Radikale Verbesserung, für gewöhnlich eines
Geschäftsprozesses, die Einfluss auf die zukünftige
Wertschöpfungskette hat.
Kaizen
Kombination aus den beiden japanischen Wörtern Kai (Änderung)
und Zen (Gut). Steht allgemein für "kontinuierliche Verbesserung".
Kaizen-Durchbruch (Kaizen Breakthrough)
Eine Methodik, die dem Zeitfaktor große Bedeutung beimisst,
schnell umsetzbar ist und ergebnis- und teamorientiert arbeitet.
Kontinuierliche Verbesserung.
Kanban
Ein visuelles Signal. Für gewöhnlich sind damit Bestellkarten
gemeint oder andere Methoden, mit denen das Pull-System je nach
tatsächlich verwerteten Teilen gesteuert wird. Das Signal sollte
für die Fertigung gut sichtbar angebracht werden.Bild
Kleine Losgrößen
Die Massenproduktion fußt auf dem Grundgedanken, nur eine hohe
Stückzahlaus-bringung - d.h. das Fahren von großen Losen -
könne die anteiligen Kosten für die recht langen
Rüstvorgänge pro Teil minimieren. Symptomatisch für
diese Vorgehensweise ist die Methode der optimalen Losgröße.
Das Toyota-Produktionssystem kehrt diesen Prozess um, indem es die
Rüstzeiten durch Anwendung von SMED minimiert und damit kleine
Losgrößen bis hin zur Losgröße 1 präferiert.
Kontinuierliche Verbesserung (Continuous
Improvement)
Das Engagement, Produkte, Rahmenbedingungen am Arbeitsplatz und
Firmenansehen Tag für Tag zu verbessern.
Kontinuierlicher Fließprozess
Während ursprünglich die Bandfertigung in der reinen
fordianischen Massenproduktion der Endmontage vorbehalten blieb, geht
das Toyota-Produktionssystem davon aus, daß die kontinuierliche
Fließfertigung von Anfang an den ganzen Prozess bestimmen
müsse und sich alles andere diesem Fließprozess
unterzuordnen habe. Wesentliche Voraussetzungen dazu sind das
Just-in-Time-Prinzip, also der schnelle Werkzeugwechsel (SMED), die
Mehrprozesshandhabung, die lagerlose Produktion und letztlich das
Nagara-System, um nur einige zu nennen. Toyota bezeichnet den
kontinuierlichen Fließprozess mit der Losgröße 1 als
Nagareka.
L
Lean-Production
ist ein von John F. Krafcik geprägter Begriff für die
Toyota-Produktionsmethode. Krafcik war als Mitarbeiter des MIT
(Massachusetts Institute of Technology) für die Entwicklung der
statistischen Grundlagen und die Erfassung und Auswertung der
Produktions- und Umfelddaten der in die Studie »The Machine that
Changed the World« (Die zweite Revolution in der
Automobilindustrie) veröffentlichten weltweiten Analyse der
Produktionsmethoden der Fahrzeugindustrie verantwortlich.
Lean-Production lässt sich mit schlanker aber auch magerer
Produktion übersetzen, wobei nicht nur die Fertigung selbst,
sondern - entsprechend der weit umfassenderen Definition von Produktion
im amerikanischen Denkraum auch das gesamte Umfeld von der ersten Idee
eines Produktes bis hin zu dessen endgültigem Auslaufen
(Produktplanung) mit Produktentwick- lung, Planung, Konstruktion und
natürlich Produktion selbst, aber auch Zulieferstrategie und
Verkaufs- und Marketingkonzept darunter zu verstehen ist.
Lean-Production optimiert die Aktivitäten aller Beteiligten -
seien es Manager, Mitarbeiter oder Zulieferer - im Hinblick auf das
allen gemeinsame Ziel: den zufriedenen Kunden, der in Japan nicht nur
mit einem König, sondern - ganz ohne Blasphemie - mit Gott
verglichen wird.
M
Maschinenstopp-Berechtigung (Stop-the-line
Authority)
Die Berechtigung der Mitarbeiter, bei Störungen den Prozess zu
unterbrechen und damit zu verhindern, dass Fehler oder
Standardabweichungen an nachgelagerte Prozesse weitergeleitet werden.
Maschinenzykluszeit (Machine Cycle Time)
Die Zeit, die eine Maschine für die Herstellung einer Einheit
benötigt, einschließlich Laden und Entladen.
Mehrmaschinenbedienung
Bei der Mehrmaschinenbedienung ist ein Arbeiter für mehrere
Maschinen gleichzeitig zuständig. Damit beschränkt sich seine
Tätigkeit ohne etwaige Wartezeiten ausschließlich auf das
Einlegen und spätere Entnehmen von Teilen. Der Arbeiter geht dabei
von Maschine zu Maschine, entnimmt fertige Teile und legt danach
Rohteile ein. Während dieser Zeit laufen die übrigen
Maschinen selbständig weiter, bis der Bearbeitungsvorgang beendet
ist. Niedrige Nutzungsgrade der Maschinen werden bewusst in Kauf
genommen, um sie als Kapazitätsreserve bei vorübergehender
Bedarfssteigerung schnellstmöglich nutzen zu können. Die
Bearbeitungsvorgänge bei der reinen Mehrmaschinenbedienung laufen
parallel ab und bauen nicht aufeinander auf.
Mitarbeiterzykluszeit (Operator Cycle Time)
Die Zeit, in der eine Person einen bestimmten Arbeitsablauf
ausführt, einschließlich der Zeiten zum Laden und Entladen
von Teilen, ausschließlich der Wartezeiten.
Mixed-model-Produktion (Mischproduktion)
Die japanische Lösung des Montierens zeitvarianter Produkte liegt
in der Produktion von verschiedenen Modelltypen auf einer
Fertigungslinie in einer sich im Tagesablauf stets wiederholender
Reihenfolge, z.B. A-B-B-C A-B-B-C usw., wobei der Rhythmus so
gewählt wird, dass sich »leicht« und
»schwer« zu montierende Produkte entsprechend abwechseln
und sinnvoll ergänzen. Dabei wird davon ausgegangen, dass -
mathematisch belegbar mit dem »Gesetz der großen
Zahl« - die Gleichmäßigkeit der Auslastung mit der
Anzahl der Typen steigt.
Model-mix-Produktion
Model-mix-Produktion ist der westlich geprägte Lösungsansatz
für die Produktion einer Vielzahl von unterschiedlichen Varianten
eines Typs mit individuellen Fertigungszeiten auf einem Band in stets
optimierter, wechselnder Reihenfolge. Dabei wird auf Rechnerprogramme
zurückgegriffen, die sich z.B. an der Bauartschwere, der aktuellen
Füllung eines Model-mix-Puffers und der zu erwartenden
Variantenvielfalt orientieren, um - betrachtet über ein
schwimmendes Fenster von z.B. zehn Fahrzeugen die jeweiligen
Fertigungszeitabweichungen im Fenster vom Mittelwert aller Fahrzeuge so
gering wie möglich zu halten und somit eine relativ
gleichmäßige Bandauslastung zu erreichen. Die
Model-mix-Produktion ist durch die Übernahme der Fertigung
mehrerer Modelle in einer Fertigungslinie ergänzbar.
Modulare Rückwärtsverkettung
(ziehendes System)
Sämtliche Teilprozesse sind durch Kunden-Lieferanten-Beziehungen
gekennzeichnet, die von Stufe zu Stufe, von Prozessmodul zu
Prozessmodul in einer permanenten Kette miteinander verbunden sind.
Jeder - bis auf den Endverbraucher - ist Kunde und Lieferant zugleich.
Da allein der Kunde bestimmender Faktor ist, läuft die Information
vom Schluss der Kette nach vorn, d.h. die nachfolgenden Prozesse
steuern die vorgelagerten. Das ziehende System (Pull-System) bezeichnet
man in Japan mit Atokotei Hikitori. Wesentliches Steuermedium ist
Kanban.
Muda
Japanisch für Verschwendung. Jede Tätigkeit, die Ressourcen
verbraucht, ohne direkt zum Mehrwert des Produkts beizutragen.Bild
Mura
Abweichungen von den Standardwerten in Prozessqualität, Kosten und
Lieferterminen.
Muri
Übertreibung und Überlastung: Nachfrage überfordert
Kapazitäten.
N
Nagara-System
Zwei oder mehr Tätigkeiten in einer Bewegung ausführen.
Nagareka (siehe kontinuierlicher
Fließprozess)
Nicht wertschöpfend (non-value added)
Jede Tätigkeit, die die Kosten erhöht, ohne zum Mehrwert des
Produkts oder Prozesses beizutragen.
Null-Fehler-Methode
Das gemeinsame Ziel aller ist die Vermeidung von Fehlern jeglicher Art,
d.h. Qualität ist die Leistung aller. Die Null-Fehler-Methode ist
mit einer Stichprobenkontrolle keineswegs sicher zu leisten .
Erforderlich ist vielmehr die 100-Prozent- Kontrolle, um Fehler bereits
an den Quellen abzustellen und dem Verursacher bewusst zu machen. Als
roter Faden zieht sich durch diese Methode der Grundgedanke, dass
Fehler positiv seien, da nur ihr Auftreten es ermöglicht, sie zu
erkennen und wirklich nachhaltig zu beseitigen. Das setzt
Poka-yoke-Vorrichtungen voraus bzw. den Einsatz der Selbst- und
Folgekontrolle.
O
One-piece Flow
(Einstückfließfertigung)
Ein Fertigungskonzept, bei dem jeweils nur ein Teil von einer zur
nächsten Arbeitsstation wandert, ohne dass sich dazwischen
Bestände bilden können. Bild
P
Policy Deployment
Konzept, bei dem die strategischen Geschäftsziele eines
Unternehmens auf die verfügbaren Ressourcen abgestimmt und auf
allen Hierarchieebenen weiter vermittelt werden, um alle Mitarbeiter an
diese gemeinsamen Ziele zu binden.
Poka-Yoke
Japanisch für "Fehlervermeidung". Ein Poka-Yoke-Gerät
verhindert, dass ein menschlicher Fehler die maschinelle Arbeit oder
den Prozess beeinträchtigt und schließlich zum Produktdefekt
ausartet.
Point Kaizen
Eine Verbesserung, die sich auf eine bestimmte Arbeitsstation
beschränkt und schnell von zwei bis drei Experten ausgeführt
wird. Folgt für gewöhnlich auf einen Kaizen-Workshop.
Prozesskapazitätstabelle (Process Capacity
Table)
Eine Tabelle, die vor allem bei der Arbeit mit Maschinen zum Einsatz
kommt und die Arbeitsauslastung der Maschine mit deren Kapazitäten
vergleicht.
Produktionsnivellierung (Production Smoothing)
Eine Methode der Produktionsplanung, die bewirkt, dass sich
Schwankungen in der Kundennachfrage über einen bestimmten Zeitraum
nicht auf die Produktion auswirken. Jedes Teil wird jeden Tag
hergestellt.
Q
Quality Function Deployment
Eine Methodik, bei der ein multidisziplinäres Team
gemäß den Kundenwünschen die technischen Daten des
Endprodukts festlegt.
R
Reissleine
Während in mechanisierten Arbeitssystemen die Anlagen bei
fehlerhaften Abläufen oder Teilen über Poka-yoke automatisch
abgeschaltet werden, wird in manuellen Systemen mit sog. Reissleinen
gearbeitet. Jeder Mitarbeiter kann nicht nur, sondern er muss sogar bei
auftretenden Problemen die Reissleine ziehen, um den Fertigungsprozess
anzuhalten, ehe die Fehler in andere Arbeitsabschnitte verschleppt
werden. Der Einsatz von Reissleinen, Poka-yoke und Andon ist die
logische Konsequenz aus der Null-Fehler-Methode.
Rüstzeitreduktion (Set-up Reduction)
Verkürzung der Ausfallzeit beim Umrüsten von Maschinen. Unter
der Ausfallzeit versteht man die Zeit zwischen dem letzten guten Teil
einer Serie bis zum ersten guten Teil der nächsten Serie.
S
Schlanke Produktion (Lean Manufacturing)
Herstellung eines Produktes mit minimalem Ressourcenaufwand
(Arbeitskräfte, Werkstoffe, Kapital, Maschinen usw.) und unter
Einhaltung des Liefertermins.
Schrittmacher (Pacemaker)
Eine Technik, mit der ein Prozess auf die Taktzeit abgestimmt wird.
Selbstkontrolle
Sie ist anwendbar sowohl für eine Einzelperson als auch im
Gruppenrahmen. Die Mitarbeiter kontrollieren nach
Arbeitsausführung die von ihnen gefertigten Produkte selbst und
geben nur 100-Prozent-i.O.-Teile weiter. Reine subjektive
Sichtkontrolle sollte - wo irgend möglich - weitgehend durch
physikalische Kontrollprozesse (etwaPoka-yoke) unterstützt werden.
Sensi
Ein respektabler Meister oder Lehrer.
SGS (3Ds)
Schmutzig, gefährlich, schwierig (Dirty, dangerous, difficult).
Sichtkontrollen (Visual Controls)
Dienen der Schaffung von Standards am Arbeitsplatz, durch die
Störungen und Abweichungen eindeutig erkannt werden können.
SMED (Single-Minute Exchange of Die; schneller
Werkzeugwechsel)
Der schnelle Werkzeugwechsel ist eine Kernfunktion des Toyotismus.
Durch konsequente Trennung von externenund internen Rüstzeiten und
die kompromisslose Verfolgung des Zieles, die internen Rüstzeiten
so weit wie irgendmöglich zu minimieren, lassen sich nicht nur die
Werkzeugwechsel bei Kleinteilen, sondern auch bei größeren
Pressteilen in wenigen Minuten erreichen. Dies erst ermöglicht die
Loslösung von der reinen Massenproduktion und den Übergang zu
kleinen,ständig wechselnden Serien.
Standardarbeitsvorgänge (Standard
Operations)
Die optimale Kombination aus Mitarbeitern und Maschinen mit minimalem
Einsatz von Arbeit, Raum, Beständen und Werkseinrichtungen.
Standardarbeit (Standard Work)
Eine festgelegte Abfolge von Arbeitsschritten, die ein Mitarbeiter
innerhalb der Taktzeit ausführen muss.
Standardarbeitskombinationsblatt (Standard Work
Combination Sheet)
Ein Dokument, das die Abfolge der Produktionsschritte für einen
Mitarbeiter zeigt. Es wird benutzt, um die optimale Kombination von
Mensch und Maschine aufzuzeigen.
Standardlayout (Standard Work Layout)
Die Zeichnung einer Arbeitsstation oder -zelle, aus der hervorgeht, wie
die Standardarbeit ausgeführt werden soll.
Standardumlaufbestände (Standard Work in
Process)
Minimale Menge an Material, die gebraucht wird, um einen
Mitarbeiterzyklus ohne Verzögerung auszuführen.
Störungsmanagement (Abnormality Management)
Die Fähigkeit, eine Störung, d. h. jegliche Abweichung
von einem Standard-Arbeitsvorgang, rechtzeitig zu erkennen und zu
beheben.
Supermarkt
Ein Ort entlang der Montagestraßen/-bänder, wo Teile
sortiert und für die Weitergabe an Maschinenarbeiter vorbereitet
werden.
T
Taktzeit (Takt Time)
Die tägliche Arbeitszeit geteilt durch die pro Tag vom Kunden
benötigte Stückzahl.
Teiloptimierung (Sub-optimization)
Maschinen laufen mit voller Auslastung ohne Unterbrechung, ohne
Rücksicht auf Kosten und Folgen. Im Allgemeinen führt das zu
einer erheblichen Zunahme des größten Kostenpunktes in der
Herstellung: dem Material.
Toyota-Produktionssystem (Toyota Production
System)
Lehnt an einige der frühen Prinzipien von Henry Ford an und
beschreibt die Geschäftsphilosophie eines der erfolgreichsten
Unternehmen der Welt. TPS baut auf der Produktionsnivellierung auf und
arbeitet außerdem mit Just-In-Time und Jidoka.
Toyotismus
Toyotismus ist eine weitere Bezeichnung für das
Toyota-Produktionssystem, das auch vom Massachusetts Institute of
Technologie (MIT) mit »Lean-production« (Schlanke Pro-
duktion) bezeichnet wird. Ziel des Toyotismus ist die Minimierung von
Mensch und Material bei hohem Qualitätsniveau. Kernstück des
Toyotismus ist Just-in-Time (Kanban) - innerbetrieblich wie in den
Beziehungen zu den Zulieferern. Generell gilt daher das Holprinzip
(Modulare Rückwärts Verkettung). Es werden nur die Teile und
Mengen gefertigt, die auf der nächsten Stufe auch tatsächlich
kurzfristig verarbeitet werden. Das impliziert kleine Serien (kleine
Losgrößen), bewusste Planung häufiger Werkzeugwechsel
bei extrem kurzen Umrüstzeiten (SMED) und hohe Flexibilität
im Arbeitseinsatz. Der Toyotismus baut auf der »Null
Fehler-Methode« auf. Fehler bedeuten automatisch
Prozessunterbrechungen, die wiederum unmittelbar Handlungsbedarf
auslösen, da auf- grund des »Null-Puffer-Prinzips« vor
und nachgelagerte Produktionssysteme ebenso stillstehen.
Fehlende Qualität wird damit für jedermann im
Produktionsprozess unmittelbar ersichtlich. Das eingesetzte
Reissleinenprinzip erzeugt Qualitätsverantwortung. Engpässe
und Fehler sollen bewusst als solche erkannt und sofort beseitigt
werden. Es gilt das Prinzip der kurzen Regelkreise. Grundlage der
»schlanken Produktionsphilosophie« ist der Aufbau einer
Produktionsstrategie, die von Anfang an einen kontinuierlichen
Fließprozess anstrebt. Der Toyotismus kann auch als eine
Weiterentwicklung der fordschen Massenproduktionsmethode verstanden
werden.
U
Umlaufbestände (Work-in-Process, WIP)
Bestände, die sich zwischen den verschiedenen Arbeitsschritten
ansammeln.
V
Visuelles Management (Visual Management)
System, durch das alle Mitarbeiter, ganz gleich, wie gut sie sich mit
dem Prozess auskennen, Störungen am Arbeitsplatz sofort erkennen
können.
W
Wertschöpfend (value added)
Jede Tätigkeit, die ein Produkt oder eine Dienstleistung
entsprechend den Kundenwünschen verarbeitet.
Wertanalyse (Value Analysis)
Berechnung von Gesamtdurchlaufzeit und wertschöpfender Zeit, um
den prozentualen Anteil der wertschöpfenden Tätigkeiten zu
bestimmen.
Wertschöpfungsketten-Karte oder
Wertschöpfungsstrom-Karte (Value Stream Map, Value Chain Map)
Eine Zeichnung, die den Material- und Informationsfluss vom Lieferanten
über die Herstellung bis zum Kunden veranschaulicht. Darin
enthalten sind außerdem Berechnungen von Gesamtzykluszeit und
wertschöpfender Zeit. Im Allgemeinen wird sie für den
gegenwärtigen und den angestrebten zukünftigen Status der
Wertschöpfungskette erstellt, um daran die
Geschäftsentwicklung ablesen zu können.
Work Sequence (Arbeitsablauf)
Die richtigen, in der richtigen Reihenfolge ausgeführten
Arbeitsschritte
eines Mitarbeiters.
Z
Zeitzentrierte Strategie (Time-based Strategy)
Strategie, bei der Unternehmensziele und zeitsparende Prinzipien
zusammenspielen.
Zellenfertigung (Cellular Manufacturing)
Anordnung der Maschinen nach dem eigentlichen Prozessablauf. Die
Maschinenarbeiter halten sich in der Zelle auf und das Material wird
ihnen von außen in die Zelle gereicht.
Zykluszeit (Cycle Time)
Die Zeit, die ein Maschinenarbeiter benötigt, um eine Arbeit
vollständig auszuführen. Normalerweise die Zeit, bis der
Zyklus wieder von vorne beginnt. Siehe Mitarbeiterzykluszeit,
Maschinenzykluszeit
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